„Depuis l’Antiquité, l’utopie n’est elle-même que lorsque le marché est absent ou transcendé par l’idée d’un échange volontaire et gratuit de biens données par la nature ou mis à disposition de tous par le travail de chacun.“

Olivier Grenouilleau, Et le marché devint roi. Essai sur l’éthique du capitalisme, Flammarion, 2013, p. 62.

„En 2013, les banques situées sur le territoire suisse gèrent 1 800 milliards d’euros appartenant à des non-résidents. […] 40 % des fortunes gérées en Suisse sont placées dans des fonds d’investissement, principalement luxembourgeois“

Gabriel Zucman, La richesse cachée des nations. Enquête sur les paradis fiscaux, Seuil, 2013, p. 39.

Black Mirror – Charlie Brooker

Black Mirror
Charlie Brooker, Channel 4

The New Yorker und Wired schwärmen aktuell von dieser britischen Serie, da sie nun auf Netflix (USA) verfügbar ist. Ich entdeckte die erste Staffel 2012 und jetzt mit großer Freude die zweite Staffel. Es gibt sechs Episode, die jeweils eine unabhängige Geschichte erzählen. Diese Dystopien spielen alle in einer nahen Zukunft. Das Interessante: Brooker entlarvt die Heilsversprechen der Internetpropheten („Kommuniziert mehr und wir werden die Welt retten“) – gewissermaßen Kulturpessimismus auf hohem Niveau. (Kleiner Tipp: nicht mit The National Anthem anfangen.)

Europa gewinnt Zeit
Cerstin Gammelin, Süddeutsche Zeitung

„Der Kampf um Wähler verlaufe nicht mehr zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten, sondern zwischen Populisten und Radikalen einerseits und allen Parteien der Mitte“, zitiert Gammelin ungenannte EU-Diplomaten. Deshalb sei die Eurogruppe der griechischen Regierung nicht entgegengekommen. „Somit bleiben die alten Probleme: Griechenland ist bankrott und Wolfgang Schäuble will nicht spielen.“, schreibt Jean-Lou Siweck. Da helfen auch die Solidarität-Tweets von François Bausch und Viviane Loschetter nicht.

Hervé Falciani: Bube, Damen, Ass
Oliver Zihlmann / Titus Plattner, SonntagsZeitung

Swissleaks als schlechter Geheimdienstroman – Luxleaks ist leider langweiliger

SREL-Kontrollkommissioun trëfft Bundesbeoptragte fir Stasi-Archiv
Pia Oppel, Radio 100,7

Der Bericht offenbart viel Zweifelhaftes in den Aussagen von Alex Bodry und Claude Wiseler. Unangenehm ist ihnen der implizite Vergleich zwischen SREL und Stasi, der durch die Einladung Roland Jahns aufkommt. Liest man, was Justin Turpel über seine SREL-Akte schreibt, dann ist ein Vergleich doch nicht völlig abwegig. Bodry und Wiseler beharren darauf, dass die Geheimdienst-Fichen zerstört werden müssten, sobald die Dokumente von Historikern aufgearbeitet sein würden – wegen des Datenschutzes. Warum das so sein soll, obwohl sie die Zugang zu den Dokumenten streng regeln wollen, leuchtet mir nicht ein. Erstens könnte die Arbeit dieser Historiker nicht mehr überprüft werden, was doch wissenschaftlich sehr fragwürdig ist. Zweitens ist das ein schlechtes Vorzeichen für das Archivgesetz, das irgendwann kommen soll. In einem Archiv muss es auch personenbezogene Dokumente geben können – deren Zugang eben strenger geregelt ist.

From Luxembourg with Love
JCJ, Tumblr

Vom SREL zu … JCJ – der Übergang ist selbsterklärend, oder? (via @stadfield)

The End of Austerity
The End of Austerity (​Stefanos Papadatos)

Zum Konzept: Unter der Rubrik „Hyperref“ werden zukünftig im Wochenrhythmus Links zu Inhalten erscheinen, die ich gerne gelesen bzw. gesehen habe.

Minister in der Economyclass
Constantin Seibt, Tages-Anzeiger

„Es geht nicht um ein Pokerspiel oder ein Duell, es geht um eine neue Erzählung“, zitiert Seibt den Rockstar unter den Finanzministern, Yanis Varoufakis. Siehe auch: Die griechische Tragödie

The Austerity Con
Simon Wren-Lewis, London Review of Books

Was an der bisherigen Sparpolitikerzählung alles hakt, erklärt der Ökonom Wren-Lewis. Die makroökonomischen Argumente, mit denen Medien die Austeritätspolitik der britischen Regierung legitimierten, hätten wenig mit der Makroökonomie zu tun, die an den Universitäten gelehrt werde. Er sieht darin auch den Einfluss der Londoner City.

David Carr: All the views he’s fit to print
James Bradshaw, The Globe and Mail

Ein sehr schönes Porträt des Medienjournalisten David Carr (New York Times), der diese Woche gestorben ist. Bekannt wurde Carr u.a. durch den sehenswerten Dokumentarfilm Page One. Wenige Stunden vor seinem Tod diskutierte David Carr mit Laura Poitras und Glenn Greenwald über deren Film Citizen Four (der irgendwann auch in Luxemburg zu sehen sein wird – hört man).

How Chris McCandless Died
Jon Krakauer, The New Yorker

Special interest für jene, die Into the Wild gesehen oder gelesen haben: Der Autor des Buches beschreibt hier, warum er glaubt, dass Chris McCandless – der Protagonist seines Buches – nicht verhungert ist, sondern sich unfreiwillig selbst vergiftete. Dahinter steht eine Debatte, wie naiv (oder eben nicht) der Wunsch nach einem Leben im Einklang mit der Natur ist. Diese Woche hat Krakauer nun ein Update geliefert, das seine These bestätigt. Alle jenen, die im Bio- und Chemieunterricht gepennt haben, sei von der Lektüre abgeraten …

La « Question juive » au Luxembourg (1933-1941). L’Etat luxembourgeois face aux persécutions antisémites nazies
Vincent Artuso, Université du Luxembourg

„Der angesehenste arbeitslose Historiker Luxemburgs“ (Artuso über Artuso) hat einen Bericht abgeliefert, der sich in Form und Inhalt erfrischend vom staatstragenden Ton früherer Berichte abhebt. Wenn sich die Uni auf die Agora traut, dann bringt das einen offensichtlichen Mehrwert – nur nicht für den beteiligten Forscher.