Black Mirror – Charlie Brooker

Black Mirror
Charlie Brooker, Channel 4

The New Yorker und Wired schwärmen aktuell von dieser britischen Serie, da sie nun auf Netflix (USA) verfügbar ist. Ich entdeckte die erste Staffel 2012 und jetzt mit großer Freude die zweite Staffel. Es gibt sechs Episode, die jeweils eine unabhängige Geschichte erzählen. Diese Dystopien spielen alle in einer nahen Zukunft. Das Interessante: Brooker entlarvt die Heilsversprechen der Internetpropheten („Kommuniziert mehr und wir werden die Welt retten“) – gewissermaßen Kulturpessimismus auf hohem Niveau. (Kleiner Tipp: nicht mit The National Anthem anfangen.)

Europa gewinnt Zeit
Cerstin Gammelin, Süddeutsche Zeitung

„Der Kampf um Wähler verlaufe nicht mehr zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten, sondern zwischen Populisten und Radikalen einerseits und allen Parteien der Mitte“, zitiert Gammelin ungenannte EU-Diplomaten. Deshalb sei die Eurogruppe der griechischen Regierung nicht entgegengekommen. „Somit bleiben die alten Probleme: Griechenland ist bankrott und Wolfgang Schäuble will nicht spielen.“, schreibt Jean-Lou Siweck. Da helfen auch die Solidarität-Tweets von François Bausch und Viviane Loschetter nicht.

Hervé Falciani: Bube, Damen, Ass
Oliver Zihlmann / Titus Plattner, SonntagsZeitung

Swissleaks als schlechter Geheimdienstroman – Luxleaks ist leider langweiliger

SREL-Kontrollkommissioun trëfft Bundesbeoptragte fir Stasi-Archiv
Pia Oppel, Radio 100,7

Der Bericht offenbart viel Zweifelhaftes in den Aussagen von Alex Bodry und Claude Wiseler. Unangenehm ist ihnen der implizite Vergleich zwischen SREL und Stasi, der durch die Einladung Roland Jahns aufkommt. Liest man, was Justin Turpel über seine SREL-Akte schreibt, dann ist ein Vergleich doch nicht völlig abwegig. Bodry und Wiseler beharren darauf, dass die Geheimdienst-Fichen zerstört werden müssten, sobald die Dokumente von Historikern aufgearbeitet sein würden – wegen des Datenschutzes. Warum das so sein soll, obwohl sie die Zugang zu den Dokumenten streng regeln wollen, leuchtet mir nicht ein. Erstens könnte die Arbeit dieser Historiker nicht mehr überprüft werden, was doch wissenschaftlich sehr fragwürdig ist. Zweitens ist das ein schlechtes Vorzeichen für das Archivgesetz, das irgendwann kommen soll. In einem Archiv muss es auch personenbezogene Dokumente geben können – deren Zugang eben strenger geregelt ist.

From Luxembourg with Love
JCJ, Tumblr

Vom SREL zu … JCJ – der Übergang ist selbsterklärend, oder? (via @stadfield)