The Killing of Osama bin Laden

Seymour M. Hersh, London Review of Books

Aufreger der Woche war ohne Zweifel Seymour Hershs Entzauberung der letzten amerikanischen Heldengeschichte: das Finden und Töten Osama bin Ladens. Glaubt man Hersh, dann ist an der Geschichte wie sie der Film Zero Dark Thirty erzählt – dessen Drehbuchschreiber von der CIA gefüttert wurden –, kaum etwas Wahres dran. Im Gegenzug wird nun Hershs Version als Verschwörungstheorie bezeichnet, vor allem weil er sich auf anonyme Quellen beruft. Der reagiert patzig auf die Kritik: „I am not backing off anything I said„. Inzwischen finden sich jedoch Journalisten, die Details bestätigen und die Kritiker kritisieren.

The Incredible Rarity of Changing Your Mind
This American Life

Im ersten Teil der Sendung geht es um Aktivisten, die von Tür zu Tür gehen und versuchen, durch persönliche Gespräche Menschen von gay rights oder dem Recht auf Abtreibung zu überzeugen. Das ist alles sehr amerikanisch, aber ich kam trotzdem ins Grübeln angesichts des Referendums vom 7. Juni. Bei der letzten TNS-Ilres-Umfrage sagten 90% der Befragten, ihre Entscheidung sei bereits getroffen – bevor die offizielle Kampagne begonnen hatte. Vielleicht wäre die Kampagne erfolgreicher, wenn sie weniger abstrakt (Souveränität, Identität, Demokratie), sondern persönlicher geführt würde.

Was Facebook will? Die De-Institutionalisierung des Journalismus!
Stefan Schulz, Sozialtheoristen

Der Soziologe und Ex-FAZ-Volontär Stefan Schulz analysiert, wie sich journalistische Inhalte immer weiter von den Institutionen (Zeitungsverlage, Sendeanstalten) lösen, die sie produzieren. So schreibt er, dass es den Lesern zunehmend egal ist, von wo der Artikel stammt, den sie in ihrem Facebook-Feed entdecken. Damit wird aber das Fundament untergraben, auf das sich der Journalismus heute noch stützt. Der Beitrag enthält viele spannende Ideen, aber er ließ mich etwas ratlos zurück.

Techniktagebuch
Kathrin Passig et al.

Meine liebste Prokrastinationswaffe ist dieses Blog, in dem diverse Autoren von Alltagstechnik erzählen – z.B. der Jugendliche, der an einem Telefon mit Wählscheibe scheitert, seit wann man im Internet nicht mehr unter Spitznamen unterwegs ist und das Mit-der-Hand-Schreiben langsam verschwindet. Die Techniktagebuch-Autoren waren auch auf der re:publica mit einem Vortrag vertreten, wo u.a. ein Walkman präsentiert wurde (ach, Nostalgie).