The Greek Warrior
Ian Parker, The New Yorker

Der Untertitel des Beitrags „How a radical finance minister took on Europe—and failed“ bringt es auf den Punkt. Parker gelingt es die richtige Distanz zu Varoufakis zu wahren: durchaus anerkennend aber auch kritisch. Mein Eindruck ist, dass Varoufakis sich nie im „System“ Politik zurechtfand und fast naiv Politikern Glauben schenkte, wenn sie ihm sagten, er habe ja Recht. Gleichzeitig nervte er die Eurogruppe mit Kompromisslosigkeit: Was wissenschaftlich falsch ist, kann nicht Gegenstand von Kompromissen sein. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass die Gegensätze auch ideologischer Natur sind.

Geheimnis um Niklas Luhmanns Zettelkasten
Universität Bielefeld

Von der Küchen-Systemtheorie zur real thing: Luhmanns berühmter Zettelkasten wird nun digitalisiert. Im Video wird erklärt, wie das von statten geht. Lustig ist auch, wie Luhmann selbst seinen Zettelkasten erklärt.

Erfahrungen beim Verfassen eines Interviews
Benedict Neff,  Erik Ebneter, Baseler Zeitung

Zwei junge Journalisten wollen Martin Walser interviewen, was aber gründlich schief geht. Ihr Bericht davon ist aber interessanter als das Interview es hätte sein können.

Carpe diem
„Der Tatortreiniger“, NDR

Eine grandiose Folge des Tatortreinigers ist nun online: ein toter Beamter (gespielt von André Jung) und eine kafkaeske Behörde.

It’s not Climate Change – it’s Everything Change
Margaret Atwood, Matter

Der Text ist nicht herrausragend, aber zum Ende stellt die bekannte Romanautorin die Frage, inwieweit auch Künstler sich nicht der Klimadebatte annehmen müssten. Sie verweist u.a. auf das Trendgenre „cli-fi“ (climate fiction), zu dem sie auch beiträgt.